
Höchste Präzision für die Medizintechnik dank Retrofit
13. Oktober 2025Erfahrungsbericht aus dem Fertigungsalltag — Anwenderperspektive aus dem industriellen Einsatz.
Auf einen Blick: Das hydropneumatische Setzwerkzeug Rivit RIV916BC verarbeitet Blindnietmuttern, Blindnietbolzen und SPAC® MPP-Verbindungselemente von M8 bis M20 mit einem Werkzeug. Die integrierte ControlRiv-Prozessüberwachung dokumentiert jeden Setzvorgang nach Kraft- und Weg-Zeit-Verlauf, erkennt Abweichungen in Echtzeit und sortiert Schlechtteile automatisch aus. Für unsere Serienfertigung heißt das: ein Werkzeug ersetzt drei, eine einheitliche Bedienlogik für die Mannschaft und lückenlose QS-Daten ohne manuellen Aufwand.
| Kerndaten RIV916BC | |
|---|---|
| Antriebsprinzip | hydropneumatisch (oleo-pneumatisch) |
| Setzbereich Gewinde | M8 bis M20 (sowie 5/16″, 3/8″, 1/2″, 5/8″, 3/4″) |
| Verbindungselemente | Blindnietmuttern, Blindnietbolzen, SPAC® MPP |
| Prozessüberwachung | ControlRiv GEN 3 (Kraft + Hub + Zeit) |
| Justage-Systeme | zwei Einstellungen in einem Werkzeug: Hub und Kraft |
| Verformungsablauf | 1-Phasen-Deformation, automatisches Auf-/Abschrauben |
| Hersteller / Vertrieb | Rivit S.r.l. (IT) / Vertrieb über Richard Kreuzer GmbH (DE) |

Was ist ein hydropneumatisches Setzwerkzeug?
Ein hydropneumatisches Setzwerkzeug ist ein Verbindungswerkzeug, bei dem Druckluft über einen integrierten Öl-Druckwandler in eine Hydraulikkraft umgesetzt wird. Damit erreicht das Gerät deutlich höhere Zugkräfte als ein rein pneumatisches Werkzeug, ohne den Stromanschluss oder das Gewicht eines vollhydraulischen Aggregats zu benötigen. In der Serienfertigung ist dieses Prinzip etabliert für das Setzen von Blindnietmuttern und vergleichbaren Verbindungselementen in den größeren Gewindegrößen.
Als Fertigungsleiter in einem mittelständischen Betrieb stehe ich täglich vor der Frage, wie wir unsere Prozesse stabiler, reproduzierbarer und transparenter machen. Besonders im Bereich der Niettechnik sorgten Schwankungen im Setzprozess wiederholt für Diskussionen mit der Qualitätssicherung. Seit wir auf das RIV916BC mit ControlRiv-Prozessüberwachung umgestellt haben, sieht die Lage deutlich anders aus.
Prozessüberwachung mit ControlRiv: jeder Setzvorgang dokumentiert
Die ControlRiv-Einheit (GEN 3) erfasst und protokolliert jeden Setzvorgang vollständig. Für die laufende Produktion heißt das konkret:
- klare Darstellung von Setzkraft und Weg-/Zeit-Verlauf auf dem Display
- frei definierbare Prozessfenster pro Verbindungselement und Werkstoff
- automatische Gut-/Schlechtteil-Erkennung mit Fehlersignal
- Datenexport per USB-Schnittstelle für die QS-Auswertung

Gerade in Serienprozessen ist diese Transparenz ein konkreter Gewinn. Abweichungen werden in dem Moment sichtbar, in dem sie entstehen — nicht erst beim nächsten Stichprobentest. Wir können reagieren, bevor Ausschuss-Chargen entstehen, und die Rückverfolgbarkeit der Setzparameter erfüllt die Anforderungen unserer Automotive- und Maschinenbau-Kunden ohne Zusatzaufwand.

Ein Werkzeug für drei Verbindungstechnologien
In den meisten Fertigungen setzen sich über die Jahre drei unterschiedliche Setzwerkzeuge an, weil jeder Verbindungselement-Typ historisch sein eigenes Gerät bekommen hat: eines für Blindnietmuttern, eines für Blindnietbolzen, eines für strukturelle Plug-Elemente wie SPAC® MPP. Das Ergebnis ist eine heterogene Werkzeuglandschaft mit unterschiedlichen Bedienkonzepten, unterschiedlichen Ersatzteilen und entsprechend hohem Schulungs- und Wartungsaufwand.
Mit dem RIV916BC haben wir diese Vielfalt zusammengeführt. Beim Wechsel zwischen den Verbindungselementen wird in der ControlRiv-Überwachung lediglich das passende Prozessprogramm ausgewählt — das Werkzeug selbst bleibt identisch.

Was sich für unseren Betrieb dadurch geändert hat:
| Vorher | Mit RIV916BC + ControlRiv |
|---|---|
| Drei Setzwerkzeuge im Bestand | Ein Setzwerkzeug für alle drei Technologien |
| Drei Bedienkonzepte und Schulungen | Eine einheitliche Bedienung für die Mannschaft |
| Drei Ersatzteil-Linien | Eine Ersatzteil-Linie (Adapter und Spitze je Element) |
| Inkonsistente Prozessdaten | Einheitliches Prozess-Logging über alle Elemente |
| Werkzeugwechsel-Fehler möglich | Programmwechsel per Knopfdruck |
Die Vereinheitlichung wirkt sich nicht nur auf die Beschaffung aus, sondern direkt auf die Prozesssicherheit: weniger Werkzeugwechsel = weniger Fehlerquellen.
Leistungsreserve bis M20 — in der Praxis bestätigt
Ein praktischer Punkt, der sich erst im laufenden Betrieb wirklich beweisen muss, ist die Kraftreserve des hydropneumatischen Antriebs. Wir verarbeiten regelmäßig Verbindungselemente am oberen Ende des Spektrums — und das Werkzeug setzt selbst M20-Elemente stabil und reproduzierbar.
Der Vorteil zeigt sich besonders in der Spannbreite: M8 bis M20 mit einem Werkzeug bedeutet, dass weder für kleine noch für große Gewindegrößen ein Zweitgerät bereitgehalten werden muss. Das vereinfacht Layoutplanung und Logistik in der Fertigung spürbar.
Mehr Prozesssicherheit, weniger Nacharbeit
Seit der Einführung des RIV916BC haben sich für uns vier Effekte messbar geändert:
- Ausschuss reduziert — weil Schlechtteile bereits am Werkzeug erkannt und ausgeschleust werden, statt erst in der Endprüfung aufzufallen.
- Nacharbeit minimiert — der häufigste Nacharbeitsfall (zu schwach gesetztes Element) wird durch das Prozessfenster verhindert.
- Prozessschwankungen nachvollziehbar — die Weg-Zeit-Verläufe zeigen Trends, bevor sie zur Reklamation werden.
- QS-Dokumentation strukturiert — die Daten landen direkt im Setzprotokoll, manuelle Erfassung entfällt.
Die Kombination aus robuster Hydropneumatik und digitaler Überwachung hat sich bei uns auch im Mehrschichtbetrieb als zuverlässig erwiesen.
Fazit aus Anwendersicht
Das RIV916BC mit ControlRiv und einem Setzbereich von M8 bis M20 ist bei uns vom Versuchsgerät zum festen Bestandteil der Fertigung geworden. Besonders die Kombination aus Prozessüberwachung und Mehrfach-Element-Fähigkeit bringt im Produktionsalltag den Unterschied. Für Betriebe, die Wert auf Prozessstabilität, Rückverfolgbarkeit der Setzparameter und eine schlanke Werkzeuglandschaft legen, ist das System eine sinnvolle und zukunftssichere Lösung.
Häufige Fragen zum hydropneumatischen Setzwerkzeug RIV916BC
Was ist ein hydropneumatisches Setzwerkzeug?
Ein hydropneumatisches Setzwerkzeug nutzt Druckluft, die über einen internen Hydraulik-Verstärker in eine deutlich höhere Setzkraft umgewandelt wird. Es kombiniert die Mobilität pneumatischer Geräte mit den Kraftreserven einer Hydraulik und ist in der industriellen Serienfertigung für das Setzen größerer Blindnietmuttern etabliert.
Welche Verbindungselemente verarbeitet das RIV916BC?
Das RIV916BC setzt Blindnietmuttern, Blindnietbolzen und SPAC® MPP-Verbindungselemente. Der Wechsel zwischen den Elementtypen erfolgt über das passende Prozessprogramm in der ControlRiv-Überwachung — das Werkzeug selbst bleibt identisch.
Welche Gewindegrößen deckt das RIV916BC ab?
Das Werkzeug setzt Verbindungselemente von M8 bis M20 (sowie zöllige Größen 5/16″, 3/8″, 1/2″, 5/8″ und 3/4″). Diese Spannbreite mit einem einzigen Werkzeug ist im Marktvergleich ungewöhnlich breit und macht Zweitgeräte für die Randgrößen überflüssig.
Was leistet die ControlRiv-Prozessüberwachung?
ControlRiv erfasst Setzkraft, Weg und Zeit jedes einzelnen Setzvorgangs, vergleicht sie mit definierten Prozessfenstern und liefert eine automatische Gut-/Schlechtteil-Erkennung. Die Daten lassen sich per USB-Schnittstelle in die übergeordnete QS-Datenbank exportieren und sind damit lückenlos rückverfolgbar.
Wann lohnt sich ein hydropneumatisches Setzwerkzeug gegenüber einem Akku-Setzgerät?
Sobald regelmäßig größere Verbindungselemente verarbeitet werden, Serienfertigung mit hohen Stückzahlen läuft oder die Setzparameter dokumentiert werden müssen. Akku-Setzgeräte sind ideal für Montagearbeiten und kleinere Gewinde; bei höheren Setzkräften und im Mehrschichtbetrieb spielen Hydropneumatik und Prozessüberwachung ihre Vorteile aus.
Kontakt — Beratung zum RIV916BC
Sie wollen das RIV916BC im eigenen Prozess testen oder brauchen eine Empfehlung für Ihre konkrete Verbindungsaufgabe? Die Richard Kreuzer GmbH vertreibt Rivit-Setzwerkzeuge und berät Sie unverbindlich.

Ihr Ansprechpartnerin
Elke Forster
Geschäftsführerin
Expertin für Oberfläche
Richard Kreuzer GmbH
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Telefon: +49 841 149057-0
E-Mail: e.forster@kreuzer.gmbh
Website: https://kreuzer.gmbh




