G-639B1Q5MJY Gleitschleifen bei Schnarrenberger - Expertenkreis Schleiftechnik

Gleitschleifen bei Schnarrenberger

Alu Oberfläche Scanbild
Workshops im Schleifprozess – Transparenz und Optimierung
18. Oktober 2021
Industriedesign für Investitionsgüter
29. Oktober 2021

Dank der jahrzehntelangen Vertriebstätigkeit für Walther Trowal, dem Erfinder des Gleitschleifens, gründete die Schnarrenberger GmbH den Geschäftszweig der Lohngleitschleiftechnik. In diesem Beitrag stellen wir das Gleitschleifen vor. Und wir erklären, was Gleitschleifmaschinen sind, wie das Gleitschleifen zur Anwendung kommt und was bei Schnarrenberger gleitgeschliffen wird.

Von der Natur abgeschaut

In einem Bachbett versetzt das strömende Wasser die Steine am Grund in Bewegung. Diese bewegen sich gegeneinander und schleifen sich so aneinander ab.

Maschinenbauer haben dieses System der Natur abgeschaut. Die Steine wurden zu Schleifkörpern und Werkstücken. Das Wasser eines Baches bilden Wasser und Zusatzstoffe. So lassen sich Gegenstände bearbeiten, reinigen und polieren. Verschiedene Anlagensysteme simulieren das Bachbett.

Was ist eine Gleitschleifanlage?

Eine Gleitschleifanlage besteht aus einem, meist mit Polyurethan beschichteten Arbeitsbehälter. Den treibt ein Unwuchtmotor an, und versetzt so den Arbeitsbehälter in eine rotierende Bewegung.

Im Arbeitsbehälter befinden sich die zu schleifenden Werkstücke, und durch Reibung werden Graten entfernt, Kanten verrundet und Oberflächen geglättet.

Die Kombination aus Gleitschleifanlage, Art der ausgewählten Schleifkörper und Bearbeitungsdauer beeinflussen das Ergebnis dieses Schleifprozesses. Und das Grundmaterial der Schleifkörper, auch Chips genannt, besteht meist aus Keramik oder Kunstharz.

Gleitschleifkörper als Granulat

Bei Gleitschleifkörper gibt es in verschiedenen Abmessungen und Geometrien. Foto: Schnarrenberger

Verschiedene Systeme

Eine Gleitschleifanlage verfügt über unterschiedliche Zufuhr-, Separier- oder Fördersysteme. Zusätzlich gibt es ein Abwasseraufbereitungssystem, das zwingend notwendig ist.

Schnarrenberger reinigt das Prozesswasser mittels Zentrifuge im Kreislauf, und fährt somit Schleifprozess abwasserfrei. Eine Wärmepumpe kühlt das Prozesswasser. Über eine angeschlossene Wärmepumpe wird dem Prozesswasser Wärme entnommen. Damit wird das Wasser aufgeheizt und die Heizung der Büro- und Umkleideräume beheizt.

Seit 1999 ist das Unternehmen aus Vöhringen, die Schnarrenberger GmbH, auch umweltzertifiziert. So leistet man einen wichtigen Beitrag zu einer nachhaltigen Umweltpolitik.


Prozesswasser – Durch die Zugabe von Compound (wässrige Zusatzmittel) gelangen auch chemische Stoffe ins Prozesswasser. Bei der Kreislaufverwendung werden mittels Zentrifuge (2-Phasen oder 3-Phasen-Verfahren) die festen und flüssigen Bestandteile des Prozesswassers voneinander getrennt. 
Das spart Frischwasser, Compounds und reduziert die Menge des zu entsorgenden Schlamms.

Prozesswasser beim Gleitschleifen

Blick auf die Prozesswasseranlage. Diese wird bei Schnarrenberger im Kreislauf geführt. Foto: Schnarrenberger

Trocknung und Nachbehandlung

Beim Gleitschleifen kommen wässrige Substanzen zur Anwendung, was einen Trocknungsprozess nach sich zieht. Für die Trocknung verwendet Schnarrenberger zwei Verfahren:

  • Trocknen im Heißluft-Bandtrockner
  • Trocknen im Granulat-Vibrationstrockner (Supervelat)
Trocknerentleerung auf Heißluft-Bandtrockner

Das Bild zeigt eine Trocknerentleerung. Die Werkstücke werden auf einem engmaschigen Gurt vorwärts bewegt. Ein typisches Verfahren nach der Heißluftrocknung. Foto: Schnarrenberger

In den Trocknungsanlagen, die den Rundvibratoren ähneln, kommt ein Granulat zur Anwendung. Schnarrenberger verwendet Maisschrot-Granulat. Dieses wird Trocknungsbehälter schonend umgewälzt und entzieht dem Bauteil somit die Feuchtigkeit.

Bei der Heißlufttrocknung lenkt man heiße Luft im Umluftverfahren auf die Bauteile. So lässt sich Restfeuchtigkeit nach dem Gleitschleifen entfernen.  Dieses Trocknungsverfahren ist für Bauteile mit Blindbohrungen geeignet, in die kein Granulat gelangen darf.

Für Nachbehandlung der geschliffenen Teile bedient man sich bei Schnarrenberger zweier Systeme: dem Wasserverdrängungsbad oder dem Konservierungsbad.

Beölung

Eine Form der Nachbehandlung ist die Beölung der geschliffenen Bauteile. Foto: Schnarrenberger

12 unterschiedliche Anlagen mit drei Prinzipien bei Schnarrenberger

Bei Schnarrenberger sind 12 verschiedene Gleitschleifanlagen in Betrieb. So kommen drei Prinzipien zur Anwendung.

  • Rundvibratoren
  • Fliehkraftanlagen
  • Trogvibratoren

Für diese drei Verfahren verwendet Schnarrenberger über 50 verschiedene Gleitschleifkörper. So werden Teile, je nach Größe und Bauart, innerhalb von 6 Arbeitstagen bearbeitet. Die dazu notwendigen Schleifkörper hält Schnarrenberger auf Lager, sodass diese jederzeit einsatzbereit sind.

Anlieferung von Schüttgut fürs Gleitschleifen

Bei Schnarrenberger kann der Kunde seine Werkstücke als Schüttgut, als Sortierware oder auch als Einzelstück anliefern. Das Foto zeigt das Einfüllen von Schüttgut in die Gleitschleifanlage. Foto: Schnarrenberger

Rundvibratoren

Als klassische Gleitschleifmaschine gilt heute der Rundvibrator. Mit ihm schleift man unterschiedlichste Bauteile mit unterschiedlichen Bearbeitungsmethoden. Rundvibratoren sind universell einsetzbar und haben sich technisch bewährt.

Der ringförmige Arbeitsbehälter lässt eine chargenweise Bearbeitung der Teile zu.

Fliehkraftanlagen

Fliehkraftanlagen erreichen besonders hohe Abtragleistungen. Um diese zu erreichen, treibt ein Elektromotor den Boden oder Teller der Fliehkraftanlage an. Die Außenwand bleibt dabei feststehend.

Fliehkraft beim Gleitschleifen

Das Fliehkraft-Gleitschleifen nützt, zusätzlich zum Bach-Prinzip, die physikalischen Gesetze des Wirbels als Bewegungsmoment. Foto: Schnarrenberger

Die so erzeugte Fliehkraft versetzt die Schleifmasse in eine wirbelförmige Bewegung. Dieses Gleitschleifverfahren ist äußerst intensiv und effizient.

Trogvibratoren

Trogvibrator zum Gleitschleifen

In Trogvibratoren werden große Bauteile einzeln geschliffen. Sie kommen bei besonders empfindlichen Teilen zum Einsatz. Wo Rundvibratoren an ihre Grenzen stoßen, kommt der Trogvibrator zum Einsatz. Foto: Schnarrenberger

Warum Gleitschleifen? – Einsatzgebiete

Pia Schnarrenberger, Geschäftsführerin Schnarrenberger GmbH

“Das Gleitschleifverfahren ist ein ökologisch, wie ökonomisch ausgereifter Prozess und aus der modernen Metallbearbeitung nicht mehr wegzudenken.” –

GF Pia Schnarrenberger, Foto: EK-ST

Schnarrenberger bietet Lohngleitschleifen für folgende Einsatzgebiete

  1. Entgraten

    Beim Entgraten werden Kanten oder Auffaserungen von Werkstücken entfernt. Diese Kanten entstehen während des Herstellungs- oder Bearbeitungsprozesses des Werkstücks. Das Gleitschleifen gilt als äußerst kostengünstige Methode.

  2. Oberflächen glätten

    Beim Glätten werden mittels Gleitschleifen die Oberflächen von Werkstücken hochwertig aufbereitet. Die Oberfläche selbst wird dabei plastisch verformt und geglättet.

  3. Kugelpolieren und Oberflächen verdichten

    Das Kugelpolieren ist ein spezielles Verfahren im Gleitschleifen. Es verleiht Werkstücken aus Stahl, Edelstahl, Buntmetall oder Leichtmetallen einen dekorativen Glanz. Beim Kugelpolieren entsteht kein Spiegelglanz (Hochglanzpolieren), sondern die für das Gleitschleifen typische “Orangenhaut”.

    Oberflächen von Werkstücken werden mittels Druckpolieren zusätzlich verfestigt.

  4. Oberflächen polieren bis zu einem Rz Wert unter 1 μ

    Auch durch das Polieren werden Werkstücke aufgewertet. Schnarrenberger erreicht bei diesem Gleitschleifprozess eine Rautiefe (Rz Wert) von unter einem Mikrometer. Beim Gleitschleifen werden Rauigkeitsspitzen entfernt.

  5. Kanten verrunden

    Bei Herstellungs- oder Bearbeitungsprozessen können an Werkstücken scharfe Kanten entstehen. Diese werden beim Gleitscheifen verrundet, was für fast alle Werkstoffe möglich ist.
    Gleichzeitig verbessert sich die Funktionsfähigkeit des Bauteils durch diesen Gleitschleifprozess. Aber auch griffsicherere Kanten lassen sich damit herstellen. Technisch gesehen handelt es sich beim Kanten verrunden um einen Entgratprozess.

  6. Entölen und entfetten

    Dort, wo herkömmliche Reinigungsprozesse versagen, setzt die Gleitschlifftechnik an. Mit ihr werden Werkstücke entfettet oder entölt. Für diesen Prozess ist eine optimale Aufbereitung des Prozesswassers besonders wichtig.

  7. Oberflächen reinigen

    Das Gleitschleifen kommt auch beim Reinigen von Oberflächen zum Einsatz. Damit werden Werkstücke für die Weiterverarbeitung vorbereitet, beispielsweise als Vorbehandlung für eine Beschichtung.

  8. Beizen, entzundern, entrosten

    Beim Entzundern wird Verzunderung von Bauteilen kostengünstig entfernt.

    Verrostete Werkstücke können wirtschaftlich sinnvoll durch das Gleitschleifen entrostet werden. Hierbei kommen mechanische sowie chemische Wirkungsprinzipien zur Anwendung. Ein nachfolgender Trocknungsprozess und die Konservierung der Werkstücke garantiert ihre weitere Rostfreiheit.

Werkstücke für das Lohngleitschleifen

Bei Schnarrenberger schleift man viele verschiedene Werkstoffe. So kann man sämtliche Stähle (gehärtet und ungehärtet), Edelstahl, Leichtmetalle wie Aluminium, Buntmetalle wie Kupfer, Messung und sogar Titan gleitschleifen. Selbst Kunststoffe, so wie Keramik oder Holz eignen sich für einen Gleitschleifprozess.

Das schwäbische Unternehmen mit Sitz südlich von Ulm führt Lohngleitschleif-Aufträge für folgende Werkstücke durch:

  • Stanzteile, Prägeteile und Formteile aus allen Werkstoffen – hoch anspruchsvolle Feinstentgratung ist möglich.
  • Drehteile, Frästeile – gehärtete und geschliffene Teile werden, ohne Bohrungen und Gewinde zu beschädigen, entgratet oder geglättet.
  • Säge und Maschinenbauteile – Entgratung bis zu einer Länge von 1500 mm werden für Profil- und Ausbrennteile durchgeführt.
  • Gussteile – Entgraten, glätten oder verfeinern von Oberflächen bei Stahlguss, Grauguss, Feinguss, Präzisionsguss, Druckguss oder Spritzguss.
  • Laser- oder wassergeschnittene Teile – Entfernen und Entgraten von Abbrand.
  • Medizintechnik – polieren von Instrumenten oder Implantate aus Titan oder speziellen Edelstählen.
  • Sonderwerkstoffe – Empfindliche Werkstoffe wie Keramik oder plasmagespritzte Teile werden in extra dafür angefertigten Einspannvorrichtungen gleitgeschliffen.

Kontakt Schnarrenberger

Laden Sie sich den Prospekt Lohngleitschleifen von Schnarrenberger hier herunter!

Oder Sie kontaktieren den Lohngleitschleifer direkt über E-Mail an: info@schnarrenberger.de

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.